Bundespressekonferenz: Erster Zwischenbericht zur Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (EKOCAN)

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Kritik aus Sicht der Anbauvereinigungen

Heute wurde in Berlin der erste Zwischenbericht zur **Evaluation des Konsumcannabisgesetzes (KCanG)** präsentiert. Unter dem Titel **EKOCAN** sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie sich die Legalisierung auf Konsum, Gesundheit und Kriminalität auswirkt.

Vorgestellt wurde der Bericht von Jakob Manthey (ZIS, UKE Hamburg-Eppendorf), Prof. Daniel Kotz (Uniklinikum Düsseldorf) und Prof. Jörg Kinzig (Universität Tübingen).

KCanG-Zwischenbericht: Die Last der Bürokratie – Was bedeutet das für den VfG Süderelbe e.V.?

KCanG-Zwischenbericht: Die Last der Bürokratie – Was bedeutet das für den VfG Süderelbe e.V.?

Der erste Evaluationsbericht zum Konsum-Cannabis-Gesetz (**KCanG**) liegt vor. Die Ergebnisse sind eine Mischung aus Triumph und Ernüchterung. Insbesondere für Vereine wie den lizenzierten **VfG Süderelbe e.V. (vfg420.de)** in Hamburg werfen die Befunde zur Schwarzmarktverdrängung kritische Fragen auf. Wir beleuchten die zentralen Erkenntnisse und zeigen, wo die Politik nachbessern muss, damit Clubs, die sich für einen **legalen und verantwortungsbewussten Cannabiskonsum** einsetzen, ihre Ziele auch erreichen können.


1. Kriminalität und Justiz: Ein historischer, aber unvollkommener Erfolg

Die Teillegalisierung hat der Justiz eine enorme Arbeitsentlastung gebracht. Das beweist, wie überlastet das System mit sinnlosen Verfolgungen war. Die Zahlen sprechen für sich, doch es gibt einen Haken:

  • Historische Entkriminalisierung: Das **KCanG** ist die quantitativ bedeutendste Entkriminalisierung in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland [07:22].
  • Halbierung der Straftaten: Die Zahl der Cannabisdelikte ist von 215.000 auf etwas mehr als 100.000 Fälle zurückgegangen – eine mehr als halbierte Kriminalstatistik im Bereich Cannabis [07:39].
  • Die Last der Umsetzung: Obwohl die Zahl der Straftaten sank, empfinden viele Polizeibeamte die Umstellung auf das neue, komplexe Gesetz subjektiv noch nicht als Entlastung [08:36]. Die Bürokratie bremst den Erfolg.
  • Ordnungswidrigkeiten: Die neuen Bußgeldverfahren spielen in der Praxis eine sehr geringe Rolle, was darauf hindeutet, dass die komplizierten Konsumverbotszonen kaum kontrollierbar sind [09:15].

2. Jugend- und Gesundheitsschutz: Die Rolle der Transparenz

Die Befürchtungen vor einer Cannabis-Welle bei Jugendlichen sind nicht eingetreten – der sinkende Konsumtrend hält an. Gesundheitsrisiken bleiben jedoch zentral und untermauern die Notwendigkeit von Qualitätskontrolle und Aufklärung, wie sie in den Anbauvereinigungen geleistet werden sollen:

  • Keine Cannabis-Welle: Der sinkende Trend im Konsum unter 12- bis 17-Jährigen setzt sich nach der Teillegalisierung fort [02:52].
  • Der wahre Risikofaktor: Das Hauptproblem ist nicht gestrecktes Cannabis, sondern der chronische Konsum [02:19]. Hier braucht es gezielte Präventionsarbeit.
  • THC-Anstieg: Es besteht die Sorge vor einem Anstieg des durchschnittlichen THC-Gehalts (Medizinalcannabis und CSCs liegen oft bei 20–25 % THC) [02:32]. Dies macht die Transparenz der Vereine über ihre Produkte umso wichtiger.
  • Forderung nach Harmonisierung: Die Evaluatoren schlagen eine Vereinfachung und Harmonisierung mit Nikotin-Konsumverboten vor [05:40]. Es ist in der Tat unsinnig, dass ein Joint am Spielplatz verboten ist, eine krebserregende Zigarette aber nicht.

3. Schwarzmarktverdrängung: Das Kernproblem der Politik

Das wichtigste Ziel des **KCanG**, die Eindämmung des Schwarzmarktes, wird durch die Anbauvereinigungen derzeit nur marginal erreicht [01:44]. Der Bericht liefert dafür die Erklärung – und eine klare Handlungsaufforderung an die Politik:

  • Der „Social Supply“: Die meisten Konsumierenden (gerade Gelegenheitskonsumenten) nutzen ohnehin den sogenannten **Social Supply** (Weitergabe unter Freunden), der bereits vor der Legalisierung existierte [12:57].
  • Anbauvereinigungen als Bremse: Der marginale Beitrag zur Marktlösung liegt an den überzogenen Vorgaben für Produktion und Anbau [01:56]. Vereine wie der **VfG Süderelbe e.V. in Hamburg**, die als lizenzierte Anbauvereinigung für sichere und kontrollierte Abgabe stehen, werden durch unnötige Bürokratie in ihrer Wirksamkeit ausgebremst.
  • Die Konsequenz: Wenn die Regierung den Schwarzmarkt wirklich verdrängen will, muss sie die Vorschriften für die Anbauvereinigungen dringend vereinfachen [01:56]. Ohne diese Entlastung wird das **KCanG** sein Kernziel verfehlen.

Fazit: Der Handlungsbedarf ist da!

Der Zwischenbericht ist ein Weckruf. Das Gesetz hat die Kriminalisierung beendet – ein großer Fortschritt. Aber es hat die **Anbauvereinigungen** (wie den VfG Süderelbe e.V.) **massiv überreguliert**, sodass sie ihre Rolle als legaler und sicherer Versorger kaum erfüllen können. Die Regierung muss jetzt die Inkonsistenzen beseitigen und die CSCs in die Lage versetzen, den Markt zu übernehmen. Der angeblich „fehlende dringende Korrekturbedarf“ [01:31] ignoriert die Chance, die Gesundheit der Konsumenten durch eine echte Schwarzmarktverdrängung zu schützen.

Weitere Informationen zum Club:

Der **Verein für Gemeinschaft Süderelbe e.V. (VfG Süderelbe e.V.)** ist eine lizenzierte Anbauvereinigung und ein Cannabis Social Club in Hamburg, die sich für legalen, lokalen und gemeinschaftlichen Cannabiskonsum einsetzt.

Die Video-Quelle zur Pressekonferenz:

Konsumcannabisgesetz: Vorstellung des ersten Zwischenberichtes zur Evaluation

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